enetik: Einige Grundlagen der Vererbung
Vererbungslehre


Jeder Züchter der sich der Rassekatzenzucht widmet, kann bei Verpaarungen mit seinen Tieren mit größter Wahrscheinlichkeit sagen, in was für Farben er die Nachkommen erwartet, und ob es Kurz - oder Langhaartiere sind. Diese Fähigkeit der Züchter ist keine Zauberei, sondern es sind die Kenntnisse in der Vererbungslehre der Katzen. Katzen vererben verschiedenste Fellfarben, sowie auch Felllänge, körperliche Merkmale und ihren Charakter. Kennt ein Züchter die Vorfahren, kann er mit Sicherheit sagen was für Nachkommen er erwartet. Genetik hört sich immer sehr kompliziert an, ist es aber nicht, wenn man die grundlegenden Prinzipien verstanden hat.


Gene und Chromosomen


Gene sind die Erbanlagen und der kleinste Baustein aller Lebewesen. Innerhalb der lebenden Zellen existieren winzige, stäbchenartige Strukturen, die Chromosomen. Jede Tierart hat eine besondere Anzahl von Chromosomen je Zelle- bei der Katze sind es 38. In den normalen Körperzellen erscheinen sie paarweise, was dem paarweisen Auftreten der Gene entspricht; jeder Teil eines Gen-Paares sitzt an einer bestimmten Stelle des ebenfalls paarigen (oder homologen) Chromosoms. Die Gesamtheit der Gene die eine Katze von seinen Eltern erbt wird Genotyp genannt. Da sich der Genotyp von Vater und Mutter unterscheidet und beide nur die Hälfte ihrer Gene an die befruchtete Eizelle weitergeben, bekommt der daraus entstehende Wurf eine Gen-Auswahl, die sich von der der Eltern unterscheidet, aber auf Elementen ihrer Gene beruht. Katzen haben 38 Chromosomenpaare, in denen die genetischen Informationen gespeichert sind. Die Natur hat dafür Sorge getragen, dass sich diese Gene nicht vermischen. Eine Vermischung würde bedeuten, dass aus der Kreuzung einer roten und einer weißen Katze cremefarbene Junge hervorgehen und durch die Kreuzung von Lang- und Kurzhaarkatzen Halblanghaarrassen entstehen. Dies tritt jedoch nicht ein, da es dominante und rezessive Gene gibt. Die sichtbaren Körpermerkmale der Katze werden als Phänotyp bezeichnet.


Entstehung von Merkmalen in Kombination mit Dominanz und Rezessivität


Mit zwei Ausnahmen kommen die Chromosomen, die bestimmen, welche Merkmale die Kätzchen von ihren Eltern erben, paarweise vor. Diese beiden Ausnahmen sind die Geschlechtschromosomen, die sich entweder entsprechen oder nicht. Das Weibchen trägt immer ein X-Chromosom (weiblich). Das Männchen gibt entweder ein XChromosom oder ein Y-Chromosom (männlich) weiter. Wenn zwei X-Chromosomen zusammentreffen, wird der Nachwuchs weiblich. Ein X- und ein Y-Chromosom bringen ein männliches Tier hervor. Das Zusammentreffen von Y und Y ist ausgeschlossen, weil weibliche Tiere kein Y-Chromosom besitzen. Aus diesem Grund sind es immer die Gene des Vaters, die das Geschlecht bestimmen. Die übrigen Chromosomen tragen ihre Gene in einer bestimmten Reihenfolge, sodass die Gene, die für bestimmte körperliche Merkmale wie etwa die Haarlänge zuständig sind, in Paaren angeordnet werden, die man Allele (Die auf homologen Chromosomen identische Genorte einnehmenden unterschiedlichen Konfigurationen eines Gens, unabhängig davon, ob sie zur Bildung identischer oder verschiedener Phänotypen führen.) nennt. Nur eines der Gene von jedem Allel wird an den Nachwuchs weitergegeben. Wenn beide Gene identisch sind und zum Beispiel kurzes Haar bedingen, werden die Nachkommen ohne Zweifel kurzhaarig sein. Hier spricht man von einem homozygotem (reinerbig) Allel für die Haarlänge. Wenn eines der Gene kurzes und das andere langes Haar bedingt, werden die Nachkommen kurzhaarig sein. Hier spricht man von einem heterozygoten Allel für die Haarlänge. Die letzte Möglichkeit ist das Zusammentreffen von zwei Genen für langes Haar (ein homozygotes Allel für Langhaarigkeit). In diesem Fall gibt es langhaarige Nachkommen. Es können aber auch aus zwei kurzhaarigen Katzen, kurz- und langhaarige Nachkommen entstehen wenn beide das Langhaargen (LI) mitbringen. Das Kurzhaargen (L) dominiert über das Langhaargen.

  • Katze und Kater beide homozygot Kurzhaar (LL) gibt es nur reinerbig kurzhaarige Nachkommen.
  • Katze oder Kater (LL) und Katze oder Kater (LI) kurzhaarig und Träger des Langhaargens, gibt es nur kurzhaarige Nachkommen, jedoch können sie das Langhaargen tragen.
  • Katze ist Langhaar (II) oder Kater, mit einem Kater homozygot Kurzhaar (LL) oder Katze, gibt es nur kurzhaarige Nachkommen (LI) die alle das Langhaargen tragen.
  • Kater und Katze kurzhaarig beide Träger des Langhaargens (LI), die Nachkommen können homozygot kurzhaarig(LL), heterozygot kurzhaarig (LI) und langhaarig (II) sein.
  • Kater oder Katze sind kurzhaarig (LI) mit einem Kater oder Katze langhaarig (II), die Nachkommen sind kurzhaarig (LI) und langhaarig (II).
  • Kater und Katze sind beide langhaarig (II), sind die Nachkommen alle langhaarig (II).

Dies soll auch noch ein Beispiel verdeutlichen:


Die schwarze Fellfarbe (D) dominiert über die blaue Fellfarbe ((d) Verdünnung von schwarz). Bei einer Verpaarung eines reinerbig schwarzen Katers (DD) mit einer reinerbig blauen Katze (dd) bekommt man schwarze Nachkommen, da ein dominantes Gen (schwarz) stets über ein rezessives Gen vorherrscht. Die Nachkommen erhalten in jedem Fall ein dominantes Schwarz Gen (D) von einem Elternteil und ein rezessives Blau Gen (d) von dem anderen Elternteil. Aus dieser Verteilung resultiert, dass ein mischerbig schwarzer Wurf (Dd) entstanden ist. Theoretisch ( was aber nicht erlaubt ist, da wir hier nur die Dominanz und die Rezessivität erklären) kann man nun diese Kätzchen mit einem seiner Geschwister aus dem gleichen Wurf paaren, das ebenfalls den Gencode Dd für die Fellfarbe aufweist. Die Nachkommen aus dieser Verpaarung enthalten beliebige Hälften der Chromosomenpaare von jedem Elternteil. Demnach können zwei dominante Gene, zwei rezessive Gene oder ein dominantes und ein rezessives Gen miteinander kombiniert werden. Bei der Verschmelzung der Ei- und Samenzelle sind verschiedene Kombinationen möglich, sodass nach dieser Verpaarung, folgende Fellfarben erwartet werden können:
  • Ein oder mehrere Nachkommen erhalten das rezessive Gen für blau von beiden Elternteilen; Die Tiere weisen ein blaues Fell sowie den genetischen Code dd auf.
  • Ein oder mehrere Nachkommen erhalten das dominante schwarz Gen von beiden Elternteilen; Die Tiere weisen ein schwarzes Fell sowie den genetischen Code DD auf.
  • Ein oder mehrere Nachkommen erhalten das rezessive Gen d von einem Elternteil und das dominante Gen D vom anderen Elternteil. Diese Nachkommen haben ein schwarzes Fell, da das dominante Gen über das rezessive Gen vorherrscht. Der Gencode dieser Verpaarung Dd.

In einem derartigen Wurf kann man im Allgemeinen mehr schwarze als blaue Nachkommen erwarten, es ist aber durchaus möglich, dass gar keine blauen Nachkommen entstehen. Über längere Zeit hin wird sich jedoch folgendes Ergebnis feststellen lassen: ein reinerbig (homozygot) schwarzes Tier, zwei mischerbige (heterozygot) schwarze Tiere und ein blaues (das weil es eine rezessive Farbe hat, reinerbig sein muss) Tier. Im Phänotyp ergibt sich daraus das Verhältnis 3:1. Anhand der genetischen Codes kann man lediglich die Wahrscheinlichkeit für Farbe, Zeichnung und Haarlänge vorhersagen. Wenn man die Grundlagen dieses Mechanismus verstanden hat, kann man problemlos seine eigenen Vorhersagen über seine Nachkommen machen, wenn man weiß welche Eigenschaften die eigenen Tiere dominant oder rezessiv vererben können.


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