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Die Britisch Kurzhaar Katze ist wohl mit Abstand die beliebteste Kurzhaarrasse in Europa. Ihrer großen Anpassungsfähigkeit ist es zu verdanken, dass sich die Britisch Kurzhaar, sowohl auf dem Land als auch in einer Wohnung wohl fühlt und glücklich ist. Ihr ruhiger, zutraulicher und geselliger Charakter macht sie zu einem der idealsten Hauskatzen für viele Menschen. Die meisten verfallen ihren ausdrucksvollen runden, großen Augen, ihrem runden Kopf, dem weichen dichten Fell und dem stämmigen Körper, der immer wieder an einen Teddy erinnert, mit dem man einfach nur kuscheln möchte. Ursprung Wie der Name es schon sagt, stammen diese Katzen aus Großbritanien. Vor rund 2000 Jahren führten die Römer die Hauskatze in Nordeuropa ein. Diese Katzen sind zweifellos Kreuzungen aus den im westlichen Europa stammenden Haus- und Wildkatzen. Nach heutigen Erkenntnissen geht man davon aus, dass das gestromte Tabbymuster, das man bei den Katzenrassen findet, aus einer Mutation des getigerten Wildkatzenmusters hervorgeht. Aus zufälligen Kreuzungen der römischen Hauskatze mit den dort angesiedelten Wildkatzen entstand die Kurzhaarkatze, die dem heutigen Typ schon sehr ähnlich sah. Bereits damals gab es eine Art der selektiven Zucht mit Muttertieren, zwar nicht so wie wir es heute betreiben, sondern man achtete auf einen guten Jagdtrieb, aber auch ein sehr gelassenes, ruhiges Temperament was an die Nachkommen weitergegeben wurde. Beginn der Zucht Die Britisch Kurzhaarkatze wird seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet. Die Basis für die Zucht bildeten die bereits seit Jahrzehnten vorhandenen Populationen der Katzen. Am 13. März 1871 stellten wohlhabende britische Bürger die Britisch Kurzhaar als Rassekatze auf der ersten Katzenausstellung im Londoner Crystal Palace vor, auf der die Britisch Kurzhaar als klarer Favorit hervorging. Doch neben den exotischen Rassen wie Siamkatze, Perser und Angora ließ die Begeisterung an der Britisch Kurzhaar mit der Zeit nach, sie ist nicht mehr interessant genug als eigenständige Rasse, trotz ihrer Schönheit und Farbenvielfalt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren aber noch keine Zuchtmerkmale und Eigenschaften selektiert worden. Katzenzüchter interessierten sich nun mehr für exotische Rassen. Auf Ausstellungen waren jetzt vier Exoten(Perser,Siam) zu einer Britisch Kurzhaar zu sehen. Ihre einstige Vorrangstellung konnte sie nur durch gezielte Zuchtpläne engagierter Züchter wieder erlangen. Doch das nachlassende Interesse führte dazu, dass nur noch wenige Exemplare zur Erhaltung dieser Rasse übrig blieben. Auch die beiden Weltkriege werfen die Entwicklung und die Zuchtpläne der Rasse weit zurück. Es standen nur noch sehr wenige Deckkater zur Verfügung, so dass man gezwungen war seine Katzen mit orientalischen Katzen zu verpaaren, wodurch der kompakte Körperbau fast verloren ging. Dem entgegen zu setzen wurden Anfang der fünfziger Jahre blaue Perser mit eingekreuzt, um wieder einen kräftigen Körperbau zu erreichen und die vorhandenen Blutlinien aufzufrischen. Dies wiederum sorgte für Probleme auf Ausstellungen, da der GCCF der britische Dachverband solche Verpaarungen nicht anerkannte. Doch ein Kompromiss war schnell gefunden, wenn man eine Abstammung mit drei Generationen reiner Kurzhaarverpaarungen vorweisen konnte, wurde diese anerkannt. Wenn man sich heute den Kopf der Britisch Kurzhaar anschaut kann sie ihre Perser-Ahnen nicht verleugnen. Da dieses Zuchtpotential jedoch nicht ausreichte, nahm man auch Verpaarungen mit der französischen Chartreux vor. Durch solche Kombinationen entstanden Katzen mit gutem Typ und einem hellblauem, kurzem Fell. Die blaue Variante wurde mit der Zeit im deutschsprachigen Raum als “Kartäuser“ bekannt. Doch auch diese Verpaarungen führten zu Verwirrungen, da beide Rassen so vermischt wurden, dass man sie zusammenfasste, und egal welcher Abstammung als Kartäuser ausstellen musste. Züchtern und Katzenrichtern bereitete diese Verfahrensweise Probleme. Auf Ausstellungen gab es nun Katzen mit den Zuchtmerkmalen beider Rassen. Aus dieser Problematik heraus hat die FIFe im Jahr 1977 zwei getrennte Standards erstellt, einmal für die französische Chartreux, die ein etwas dunkleres, blaues Fell mit weniger Unterwolle und damit dicht anliegendes Deckhaar besitzt, und zum anderen für die Britisch Kurzhaar in blau und ihren vielen Farbvarianten, die durch die verschieden Einkreuzungen zustande kamen. Dennoch waren die Briten in Deutschland noch nicht einheitlich in ihrer Ausprägung. Es gab zum einen die über Perser gezogenen pummeligen, typvollen und die teilweise über die Chartreux und anderen Kurzhaarrassen entstandenen Katzen. So wurde fünf Jahre später noch einmal eine Trennung vollzogen. Die Katzen mit einem geschmeidigen und robusten Körperbau wurden ab dem Zeitpunkt der Europäisch Kurzhaar zugeordnet. Nach diesen Entscheidungen erlangte die Britisch Kurzhaar mit der Zeit wieder eine Beliebtheit bei Züchtern wie auch Liebhabern, und entwickelte sich so zu einer der bis heute beliebtesten Rassekatzen mit ihrem unverwechselbaren Aussehen. Bis in die neunziger Jahre hat man die Britisch Kurzhaar noch mit Persern verpaart um das spezifische Aussehen und den Charakter zu erhalten. Die Perserkatze hat nicht nur Einfluss auf das Erscheinungsbild der Britisch Kurzhaar, auch die meisten neuen Farben die in den letzten Jahren gezüchtet wurden, stammt vielfach von den Perserkatzen ab. Die Britisch Kurzhaar die ursprünglich nur in blau, einigen solidfarben und tabbyzeichnungen gezüchtet wurde, hat heute in Anbetracht der Einführung von Colourpoint, Chinchilla, Shaded-Silver und Shaded-Golden, noch immer kein Ende in ihrem Zuchtpotenzial gefunden. Standard Körper: Die Britisch Kurzhaar Katze sollte einen mittelgroßen, kräftigen und muskulösen Körperbau aufweisen. Sie hat eine breite Brust, breite Schultern und einen breiten Rücken. Der Schwanz soll gut behaart, dick und an der Spitze abgerundet sein. Ihr Körper steht auf kurzen und stämmigen Beinen, mit großen, runden Pfoten. Sie soll, wie sagt man so schön: “Quadratisch, praktisch, gut!“ aussehen. Hierbei muss man aber beachten, dass die männlichen Tiere einen größeren, massiveren Körper aufweisen als es die weiblichen Tiere tun. Kopf: Sie hat einen großen, runden Kopf, mit einer breiten Stirn und vollen Wangen. Die Nase ist breit, kurz und gerade, mit einer leichten Einbuchtung, jedoch kein Stop. Die Augen sollen groß, rund und weit auseinander stehen, und in ihrer Farbe intensiv kupfer-orange, bei den Silver-Varianten intensiv grün und bei den Colourpoints intensiv blau sein. Die Ohren sind klein und abgerundet. Ihr Kinn ist stark und kräftig entwickelt. Fell: Ihr Fell ist dicht und kurz, es soll sich griffig anfühlen. Aufgrund seiner dichten Unterwolle, liegt das Fell nicht an, sondern steht leicht vom Körper ab. Manche Britisch Kurzhaarkatzen haben sehr viel Unterwolle, oder auch ein etwas längeres Fell, was auf ihre Abhängigkeit der Herkunft hinweist. Farben: Die Farbenvielfalt der Britisch Kurzhaar ist sehr groß. Sie weist viele verschiedene Farben, Muster und Zeichnungen auf. Angefangen bei den einfarbigen wie, schwarz, blau, rot und creme, gibt es noch die Torties, die aber nur den weiblichen Tieren zugeordnet werden wie z.B. lilac-tortie oder blue-tortie. Es gibt die Bi-und Tricolour (z.B. blue-white,blue-tortie-white), die silbernen und goldenen mit und ohne Tabbyzeichnung (shaded, blotched, spotted und mackerel), die Colourpoints, seit längerem auch mit und ohne silber, und die noch nicht bei allen Verbänden anerkannten Farben cinnamon und fawn. Die aber wohl bekannteste und beliebteste bleibt immer noch die einfarbig blaue Varietät. Charakter und Pflege Die Britisch Kurzhaar ist generell eine sehr angenehme Hausgenossin, nicht zu wild und nicht zu langweilig. Sie kann ihre Menschen durch ihr plötzlich aufbäumendes Temperament erheitern und dann wieder sehr lieb und anhänglich sein. Sie ist sehr widerstandsfähig und pflegeleicht. Sie passt sich schnell ihrer neuen Umgebung an und das kurze Fell braucht nur hin und wieder gebürstet werden. Einige Züchter baden ihre Katzen bevor sie auf Ausstellung gehen, dies sollte man aber auch einige Zeit vorher tun, damit sich das Fell wieder legt und nicht zu bauschig ist. Die Britisch Kurzhaar sollte kleine Ohren haben, deshalb zupfen Züchter vorsichtig alle über dem Ohrenrand stehenden Haare, und die Krallenspitzen werden mit einem Spezialclipper entfernt. Der Britisch Kurzhaar ist es ein besonderes Bedürfnis mit anderen Familienmitgliedern intensiven Kontakt zu pflegen, sie können sich aber auch gut alleine beschäftigen. Sie versteht sich mit anderen Katzen und sind für Familien mit Kindern ideal geeignet. Es gibt kleinere Wesensunterschiede bei den verschiedenen Farbschlägen der Briten: Die blauen sind ruhig und eigenständig. Rote und schildpatt Katzen sind temperamentvoller, cremefarbene wiederum anhänglicher. Bi-und Tricolour können als lebhaft und menschenbezogen, jedoch auch als kapriziös beschrieben werden. Die Silver-und Golden-Shadeds sind sensibler. Sie neigen dazu, sich auf einen Menschen zu prägen und sind sehr anhänglich, aufmerksam und auch eigensinnig. Vertreter der relativ jungen Variante Colourpoint sind lieb und problemlos, sie können durch ihr Erscheinungsbild das Erbe ihrer Ur-Ur-Ahnen, der Siamkatzen, nicht ganz verleugnen, jedoch ohne deren Frühreife und lauter Stimme. Die in den letzten Jahren immer noch sehr stark durch die Werbung bedingt, gestiegene Nachfrage nach den Silver-Tabbys und den blauen, zeigt wie sehr der Mensch an sich beeinflussbar ist. Natürlich ist jede Katze ein Individuum für sich, doch die charakterliche Prägung hängt im Wesentlichen von den Erfahrungen in den ersten Lebensmonaten – sowohl beim Züchter als auch beim neuen Besitzer ab. Auch mag es einige für ihre Farbe untypischen Katzen geben. Am besten lässt man sich von einem Züchter seiner Wahl beraten, der die Stärken und Schwächen seiner Katzen genau kennen sollte. Ansonsten gibt es auch Katzenvereine, die einem vor dem Kauf einer Rassekatze beratend zur Seite stehen. zurück
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