Katzenschnupfen


Als Katzenschnupfen fasst man eine ganze Reihe von Krankheiten zusammen, die zwar ein ähnliches klinisches Krankheitsbild haben, aber von unterschiedlichen Erregern verursacht werden. Es können auch mehrere Erreger an einem Krankheitsbild beteiligt sein. Die Anzahl der beteiligten Keime, die Art des Erregers, der Ernährungszustand und das Immunsystem des erkrankten Tieres, lassen den Katzenschnupfen zu einer schwerwiegenden Erkrankung werden, die in manchen Fällen auch zum Tod des Tieres führen kann. Es handelt sich bei dieser Krankheit um einen Krankheitskomplex anhand der Vielzahl der Erreger wie Herpesviren, feline Caliciviren, Picornaviren, Chlamydien und Bakterien. Einige davon sind in Bezug auf schwere der Infektion und Impfung von Bedeutung.

Das Calicivirus der Katze zählt zur Gruppe der Picornaviren und ist daher ein sehr kleines RNS-Virus. Unter natürlichen Bedingungen beträgt die Inkubationszeit 1-2 Tage. Das Virus vermehrt sich in der Schleimhaut der Bindehäute und in den Schleimhäuten im Mund- und Rachenbereich. Das Virus kann von da aus nach 4-7 Tagen in den Körper auf andere Bereiche ausschwärmen, wobei dann vorzugsweise die Luftröhre und die Lunge befallen werden. Wenn sich dann noch andere Bakterien dazu siedeln, kann dies zu einer Lungenentzündung führen. Durch starke Schmerzen im Mund- und Rachenbereich verweigern die Tiere häufig die Nahrungsaufnahme, was zusätzlich eine Abschwächung des Immunsystems bewirkt. Eine Intensivtherapie ist notwendig, um das Tier zu retten. Das Herpesvirus der Katze ist ein DNA-Virus, das sein Erbgut in die infizierten Zellen setzt und sich fest mit dem Erbgut der Wirtszelle verbindet. Auch nach einer Heilung verbleibt das Virus für das restliche Leben im Körper der Katze, was zu chronischen Krankheitsphasen führt. Das Virus hat eine Inkubationszeit von 2-5 Tagen. Das Herpesvirus (lat. Rhinotracheitisvirus) verursacht Entzündungen im Nasen- und Luftröhrenbereich. Es bilden sich anfangs Bläschen und durch das Absterben der Schleimhäute im Bereich der Nase und des Rachens kommt es zu Schleimhautgeschwüren. Die Bildung der Geschwüre im Mundbereich verursacht starke Schmerzen, was zu einer Nahrungsverweigerung führt. Das Herpesvirus kann sich aber auch in die Lungen und auf das ZNS ausbreiten. Am häufigsten werden die Augen mit dem Herpesvirus befallen. Eine andere Erregerform sind die Chlamydien (sie stehen zwischen den Viren und Bakterien), die den Atemweg und den Genitalbereich besiedeln. Sie vermehren sich ähnlich wie ein Virus, können aber mit Antibiotika behandelt werden, was im Allgemeinen sehr schwierig und hartnäckig ist. Der Bordetella-Bakterie schenkt man erst seit kurzem Aufmerksamkeit im Katzenschnupfen- Komplex. Dieser Keim kommt unter Stresssituationen zum Ausbruch und befällt die oberen Atemwege bei Tieren, die einen Schnupfen und/oder Husten vorweisen. Bordetella kann durch einen Rachen- oder Nasenabstrich nachgewiesen werden.

Der Katzenschnupfen wird durch eine Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier weiter gegeben. Eine Infektion kann über den Speichel eines infizierten Tieres auf ein nicht infiziertes Tier durch direkten Kontakt übertragen werden. Man darf den Katzenschnupfen nicht mit einer harmlosen Erkältung vergleichen!!!! Es ist eine sehr schwere Erkrankung der oberen Atemwege und der Schleimhäute der Augen. Der Ausbruch der Krankheit hängt vom verursachenden Erreger ab, meist nach 1-5 Tagen. Anfangs röten sich die Schleimhäute und schwellen später an. Die durch das Virus zerstörten Zellen der Schleimhaut, brechen auf und es kommt zur Bildung von Geschwüren. Eine Verstärkung der Gewebeschädigung kommt durch zusätzliche Bakterien die sich darauf ansiedeln. Bei der Nahrungsaufnahme haben Tiere mit Katzenschnupfen starke Schmerzen. In Form von eitrigem Sekret wird das abgestorbene Gewebe ausgeschieden. Eine Behandlung in schweren Fällen in einer Tierklinik ist notwendig, da die Tiere weder sehen noch riechen können und sich der allgemeine Zustand weiter verschlechtert. Krankheitsspezifisch sind Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Fieberschübe und durch das abgeschwächte Immunsystem, Entzündungen im Rachenbereich und Durchfall. Durch die Infektion mit dem Herpesvirus können Krankheitsbilder erneut auftreten, da das Virus im Körper verbleibt.

Eine Behandlung ist auf jedem Fall notwendig, da schwere Augenentzündungen zum Verlust und zur Erblindung des Augenlichtes führen können.

Nur ein Tierarzt kann die Diagnose stellen und klinische Untersuchungen durchführen die hilfreich sind um den Zustand des Patienten zu beurteilen. Man kann Blutuntersuchungen und Abstriche machen, um Keime oder auch resistente Keime zu finden. Mit einer Therapie soll man frühzeitig beginnen. Eine Passivimpfung kann eingesetzt werden, die dem Tier vorgefertigte Abwehrstoffe gegen Herpes- und Caliciviren zur Verfügung stellt. Auch Antibiotika werden eingesetzt um Zweitinfektionen zu bekämpfen oder zu verhindern. In schweren Krankheitsfällen kommt es zur künstlichen Ernährung und zu einer Infusionstherapie. Das Inhalieren feuchtet die Atemwege an, lindert Schmerzen und mildert Entzündungen.

Die beste Maßnahme einen Katzenschnupfen-Komplex zu verhindern ist die jährliche Impfung.



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